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Die Silber-, Blei- und Kupfererzgrube „Alte Hoffnung“ bei  
Weyer  
Günter Sterrmann, Oberursel  
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Die Silber-, Blei- und Kupfererzgrube „Alte Hoffnung“ bei Weyer  
1. Lage  
Die Silber-, Blei- und Kupfererzgrube „Alte Hoffnung“ (Altehoffnung) befindet sich im  
Lahntaunus östlich von Weyer, einem Ortsteil von Villmar an der Lahn.  
Es wurde, mit großen Unterbrechnungen, über mehrere Jahrhunderte umfangreicher  
Bergbau bevorzugt auf Silber betrieben. Mehrere heute noch vorhandene Halden und  
Schachtpingen im Gelände weisen darauf hin (siehe Fotos, aktuelle Karte).  
Foto: G. Sterrmann  
Foto: G. Sterrmann  
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Aktuelle Karte  
Ausschnitt aus der historischen Lagerstättenkarte Blatt Eisenbach von 1885  
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2. Geschichte  
Nachdem vermutlich schon die Kelten viele Jahre vor Christi Geburt Bergbau auf  
Eisenerz in der Region um Weyer betrieben hatten, bauten die Römer um Christi  
Geburt nachweislich Blei- und Silbererze ab. In der Nähe der heutigen Grube „Alte  
Hoffnung“ befanden sich die römische Anlage „Alteburg“(südlich der Grube, siehe  
Karte) und eine größere römische Siedlung, die nach neueren Erkenntnissen auch  
längere Zeit genutzt wurden (SCHADE-LINDIG).  
Wie lange die Römer in der Region um Weyer Bergbau betrieben hatten, ist noch nicht  
erforscht; jedoch spätestens im 4. Jh. n. Chr. zogen sich die Römer zurück.  
Über den Bergbau im Mittelalter (bis 1500) liegen keine Unterlagen vor. Erst zum  
Beginn der frühen Neuzeit (nach 1500) gab es im Jahre 1516 ein vom Kaiser Maxi-  
milian erteiltes Privileg für die Herren von Wied zur Aufsuchung und Gewinnung von  
Edelmetallen (Silber, Kupfer) im Bereich der Gemarkung Weyer. Das Bergwerk wurde  
„Weyerer Werk“, „Weyerer Bergwerk“ und später „Alte Hoffnung“ genannt; zu dieser  
Zeit war die Lagerstätte also schon bekannt gewesen (WOLTER 1990).  
Die Grube soll laut Mitteilung des Geologen KLIPSTEIN im 30-jährigen Krieg (1618-1648)  
geruht haben (mineralogischer Briefwechsel aus dem Jahre 1784). Später um 1665 gab  
es in Weyer eine Erzschmelze, später Hüttenmühle genannt (heute privat genutztes  
Anwesen in der Laubusstraße 74); dies geht aus einer Familienchronik von Duil-  
Sennelaub hervor.  
Ab 1715 gibt es Hinweise, dass der Bergbau und die Hütte wieder in Betrieb waren und  
durch den Forst- und Kammerrat Johann Anton Schmidt (1692-1759) betreut wurden.  
Sein Grabdenkmal ebenso wie das seiner Frau in der Weyerer Pfarrkirche weisen auf  
Erzbergbau und Verhüttung in der 1. Hälfte des 18. Jh. darauf hin.  
1757 übernahmen laut KLIPSTEIN die Gewerken Reichmann, Diesterweg und Strobel  
das Silberbergwerk. 1760 wurden die Bergrechte an den Frankfurter Bankier Johannes  
Bernard (Bernhard) erteilt, der sie bis zu seinem Tod ausübte und dem Bergwerk zu  
großem Aufschwung verholfen hatte. Der damalige Landesherr Christian Ludwig Graf  
zu Wied-Runkel erteilte ihm im Jahre 1763 einen Schutzbrief, der in der Weyerer Kirche  
jedes halbe Jahr verlesen werden musste. Der Graf scheint die Bemühungen von  
Bernard sehr geschätzt zu haben, denn er feierte im Jahre 1762 sogar seine Vermäh-  
lung mit der Gräfin Charlotte Sophia Auguste zu Sayn-Wittgenstein – Sayn im Haus  
Bernards (heute Haus „Laubusstraße Nr. 14“).  
Zu diesem Anlass wurde erst später im Jahre 1767 eine silberne Schaumünze geprägt,  
der „Runkeler Hochzeitstaler“; dieser wurde in 102 Exemplare in der Frankfurter Münz-  
stätte in Feinsilber geprägt. Grund für die lange Verspätung waren vermutlich Streitig-  
keiten mit der damals vorhandenen eigenen Wiedschen Münzstätte.  
Auf der Vorderseite dieses Schautalers befinden sich die Brustbilder des jungen Hoch-  
zeitspaares. Auf der Rückseite befindet sich die mächtige Burganlage Runkel mit Stadt  
und Lahnbrücke; darüber ist das Dorf Weyer im Tal und die Grube „Alte Hoffnung“ mit  
Schachtanlage (Kunstschacht) und Zechenhaus (oder Hütte) auf der Höhe abgebildet.  
Die Herkunft des Silbers soll die Randschrift des Talers „EX FODINIS  
WEYERIENSIBUS“ d. H. aus der Weyerer Grube bezeugen, obwohl das zur Prägung  
verwendete Silber zwar von der Weyerer Gewerkschaft an die Frankfurter Münzstätte  
geliefert wurde, aber nicht aus der Weyerer Grube stammte. 1767 fand nämlich kein  
Erzabbau in der Grube und somit auch keine Verhüttung des Erzes statt; der Grund  
dafür war nach Auskunft des Hauptgewerken Bernard der strenge Winter 1766/67 mit  
der Folge, dass die wasserbetriebenen Pumpanlagen zur Wasserlösung (Sümpfung)  
der Grube wegen des zugefrorenen Laubusbachs außer Betrieb waren (SPRUTH 1974).  
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Anmerkung: im Jahre 1975 erfolgte von der Kreissparkasse Weilburg eine Nachprägung des  
Hochzeitstalers in Feinsilber (Foto).  
Der Schacht der Grube lag in Weyer auf dem Grundstück in der heutigen Weinberg-  
straße Nr. 15 und ist als „Kunstschacht“ bekannt geworden. Da offenbar der übliche  
Stollen zur Wasserlösung des Schachtes fehlte, hob man das Grubenwasser 30 m hoch  
durch eine Wasserhebeanlage, die aus zwei übereinander stehenden Wasserrädern  
bestand. Diese Räder wurden durch Aufschlagwasser betrieben, das anfangs aus dem  
durch einen oberirdischen „Berggraben“ umgeleiteten Laubusbach weit oberhalb von  
Weyer (wohl bei der heutigen zwischen Weyer und Münster gelegenen „Stollenmühle“)  
entnommen wurde. Als dann aber alle weiter bachabwärts gelegenen Weyerer Mühlen  
und auch die Schmelzhütte mangels Wasser nicht mehr betrieben werden konnten,  
forderte der Landesherr das Mühlenbanngeld nun von der Gewerkschaft. Deshalb  
wurde die Wasserzuführung verändert, in dem das (sicherlich auch verringerte) Wasser  
durch einen kurzen durch den Bergrücken gegrabenen Zulaufstollen aus dem Laubus-  
bach herausgeführt wurde. Da aber die Höhenverhältnisse nicht mehr stimmten, wurde  
das Bachwasser mittels eines Hebewerks zum Stollen gehoben. Das Aufschlagwasser  
und das Grubenwasser wurden durch den ca. 1100 m langen „Tiefen Grundstollen“ ab–  
geleitet; dieser trat am Rande des Oberbrechener Walddistrikts „Horschen“ im Wiesen-  
grund des Laubustales ins Freie. Dieses technische Wunderwerk („Wasserkunst“) war  
um 1750 fertiggestellt und bewirkte trotz Unterbrechung bei langem winterlichem Frost  
(so auch im Winter 1766/67) einen bedeutenden Aufschwung des Weyerer Silberberg-  
baues; nach 1770 begann jedoch der Abbau zu stocken.  
Anmerkung: das Fördermaschinengebäude des „Kunstschachtes“ war jahrelang als Ruine in  
der Weinbergstraße (Nr. 15) zu sehen und wurde dann um 2000 abgerissen; heute befinden  
sich dort moderne Wohnhäuser.  
Nach dem Tod des Gewerken Bernard übernahmen am 10.2.1775 der Frankfurter  
Christian Ziegler und Consorten die Rechte am Silber-, Kupfer- und Bleibergwerk; die  
offizielle Belehnung erfolgte am 20.3.1775. Die neuen Gewerken stellten aber bald fest,  
dass in der Weyerer Gemarkung die Erze offenbar von den Vorgängern schon weit-  
gehend abgebaut waren und baten daher um Ausdehnung ihrer Rechte auf die Gebiete  
von Münster, Wolfenhausen, Eschbach und Rolzhausen, wo sie eine Fortführung der  
erzführenden Gänge erhofften. Am 31.12.1777 genehmigte der Graf Christian Ludwig  
zu Wied-Runkel diese Ausdehnung ohne Einschränkung in großzügiger Weise. Es  
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galten dabei zwei Freijahre ab der ersten Erzschmelze, erst danach war der 18. Teil des  
gewonnenen Metalls als „Zehnter“ zu zahlen. Außerdem verzichtete der Graf auf sein  
Vorkaufsrecht und Wasserrechte für die Hütte.  
Am 12.5.1792 bestätigte der neue Landesherr, Carl Fürst zu Wied-Runkel, die erteilten  
Rechte zum Bergbau auf alle Mineralien im Gebiet von Weyer, Münster und Wolfen-  
hausen (Eschbach und Rolzhausen sind nicht mehr erwähnt); dabei umfassten die  
Rechte auch den Bau von Aufbereitungs- und Schmelzanlagen und ein Vorzugsrecht  
für den Bezug von Bau-, Kohl- und Röstholz. Neu war die Forderung, den Bergbau  
„ordentlich und nicht auf den Raub zu betreiben“; auch der Erzverkauf ins „Ausland“  
wurde gestattet. Da die Erzfunde danach nicht zufriedenstellend waren, beschloss die  
Gewerkschaft daher, den Bergbau zu beenden; dies erfolgte im Jahre 1799.  
Trotz Schließung der Grube wegen fehlender Erzfunde erfolgte im Jahre 1810 eine  
Neuverleihung der Grube „Alte Hoffnung“ an den Bergmeister Menzler aus Diez für den  
Abbau alle edler Metalle wie Gold, Silber, Kupfer, Blei und Quecksilber. Andere Interes-  
senten beantragten um 1811/12 die Rechte zur Erzsuche auf den alten Halden und zum  
Verpochen der Schlacken.  
1819 kam es unter Menzler zur Gründung einer Gewerkschaft, bei der die Grafen von  
Bernburg-Holzappel-Schaumburg als Hauptgewerken der Grube „Alte Hoffnung“ be-  
teiligt waren. Diese waren Eigentümer der großen an der Lahn gelegenen Grube  
„Holzappel“; die Betriebsleitung der Weyerer Grube erfolgte dann durch die Berg-  
werksverwaltung in Holzappel.  
Im Jahre 1822 erstellte Menzler ein umfangreiches Gutachten an den Oberbergrat in  
der Herzoglich-Nassauische Landesregierung zu Wiesbaden über den damaligen Zu-  
stand der Grubenanlagen. Er beschreibt darin die damals bekannten vier Blei- und  
Silbererzgänge: der aus Silberfahlerzen bestehende Selterser Weggang (1), der han-  
gende Blei- und Silbererzgang mit den Einigkeitsschächten und dem Silberschacht (2),  
der liegende Blei- und Silbererzgang mit dem alten und neuen Kunstschacht, dem  
Wingertschacht und Waldschacht (3) und der liegende Blei- und Silbererzgang mit dem  
Jacobschacht und Gelbeschacht (4). Außerdem beschreibt er ausführlich den Tiefen  
Stollen mit Lichtschächten, den Gottessegenschacht und den Neuhoffnungsschacht.  
Es kam dann noch einmal zu einem intensiven Betrieb in der Grube. Mit Hilfe einer  
1836 errichteten Dampfförderanlage und neuen Pumpen im nun auf 60 m vertieften  
„Kunstschacht“ wurden zwischen 1818 und 1844 noch einmal 15 419 Kübel aufbereitete  
Erze gefördert. Man gab viel Geld für die neuen Maschinen zur Förderung und Aufbe-  
reitung aus, dennoch musste wegen Vertaubung der Erzgänge der Betrieb der Grube  
„Alte Hoffnung“ 1844/45 eingestellt werden und die Weyerer Gewerkschaft ging 1848 in  
Liquidation.  
Der Betriebsleiter Oberbergrat Friedrich Odernheimer, der die Grube von 1836-39  
leitete, verfasste später 1865 folgende mineralogisch-geologische Beschreibung der  
Grube:  
Die Weherer Gänge führten teils Bleiglanz, teils Fahlerze, welche meistens in beson-  
dere Erzmittel getrennt vorkommen, aber auch stellenweise gemengt auftreten. Die mit  
den Erzen vorkommende hauptsächliche Gangart ist auch hier Quarz,- außerdem ent-  
halten die Gänge auch Kalk – und besonders Braunspath, in einzelnen Lagen und  
Streifen an den Saalbändern; oder auch in der Mitte. Ueberall, wo der Quarz fehlt und  
Braunspath allein vorhanden ist, fehlen die Erze.  
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Der Einfluss des Nebengesteins auf die Erzführung macht sich in der auffallendsten  
Weise bemerklich. Da, wo Grünstein mit Thonschiefer (Cypridinenschiefer) wechselt,  
findet sich hauptsächlich nur Bleiglanz, meist grobblätterig und von geringem Silber-  
gehalt (1 Loth im Centner), dagegen da, wo Schalstein mit Schiefer wechselt, kommt  
fast nur Fahlerz vor (reich an Silber, von 12 Loth im Centner bis zu 1 pCt. und mehr mit  
78 pCt. Kupfer).  
In andern Gangparthieen waren Blei- und Fahlerze mehr gemengt, aber auch durch das  
Auftreten von besonders charakterisirten Schalsteinen bedingt. In den Gebirgstheilen, in  
welchen Schalstein allein und sehr compact auftritt, zeigte sich dieses Gestein für die  
Erzführung sehr ungünstig. Noch ungünstiger erwies sich aber der dichte Grünstein, wo  
er vorherrschend sich fand, indem die Gangspalte durch den-selben sich nicht öffnen  
konnte und daher nur als Besteg durchsetzt. Dies war leider auf dem Weherer Werk  
das letzte Ergebnis des Tiefbaus, in welchem die Gebirgschichten sich zuerst fast ganz  
flach legten, und alsdann Grünstein mit blossem Gangbesteg angefahren wurde,  
welcher so ausserordentlich compact war, dass mit den grössten Kosten eine Fort-  
setzung der Arbeit kaum ausführbar war.  
Die erweiterte horizontale Verbreitung des Grünsteins in grösserer Teufe ist geologisch  
ebenfalls von Wichtigkeit, dieselbe hat sich aber für den Bergbau sehr verderblich  
erwiesen, während in oberen Teufen der ältere Bergwerksbetrieb periodisch reiche  
Resultate geliefert hatte. Die Weyerer Gänge streichen von hora 79, während die  
Gebirgsschichten hora 45 streichen, die Hauptgänge, deren drei vorhanden sind,  
senden öfters Ausläufer ab, auch finden sich anders streichende Nebentrümmer und  
Gänge, sobald sie aber über hora 9 hinaus, der Mittagslinie sich mehr näherten,  
erwiesen sie sich erzleer.  
Nach 1848 gab es noch mehrere Eigentumsänderungen an der Grube „Alte Hoffnung“;  
ein Betrieb fand jedoch nicht mehr statt und ruht seit dem. Da die Erzführung der Gänge  
in der Tiefe stark abnahm, dürfte es auch in Zukunft keinen Abbau mehr geben.  
Verwendete Literatur zur Geschichte des Bergbaues:  
FÄRBER, I. (1990): Aus der Geschichte der Grube „Alte Hoffnung“ zu Weyer  
(unveröffentlichtes Manuskript, mit Aktenauswertung), VHS-Bad Homburg, 4 S.;  
Bad Homburg.  
KLIPSTEIN, P. E. (1784): Mineralogischer Briefwechsel, II. Band, S. 55; Gießen.  
KUHNIGK, A. M. (2000): VII. C. Silbergewinnung, in: Villmar, Geschichte und Gestalt  
einer hessen-nassauischen Großgemeinde (2. Auflage), S. 155-166; Villmar.  
ODERNHEIMER, F. (1865): Das Berg- und Hüttenwesen im Herzogthum Nassau,  
1. Band; Wiesbaden.  
SPRUTH, F. (1974): Die Bergbauprägungen der Territorien an Eder, Lahn und Sieg.  
Bergbaumuseum Bochum, Nr. 6, S. 125-134; Bochum.  
WOLTER, K. D. (1990): Bergbau in der Gemarkung Weyer (Gehalten als Vortrag in  
Weyer im November 1989), in: Weyer, Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier, S. 30-57;  
Villmar.